Wenn schon falsch, dann wenigstens richtig!

Erpresser wollen in der Regel nicht erkannt werden. Deswegen setzen Sie häufig die Erpresserbriefe aus großen, bunten Buchstaben zusammen, die sie aus diversen Zeitungen und Zeitschriften ausgeschnitten haben. Darüber hinaus täuschen sie auch gern eine falsche Identität vor, zum Beispiel eine andere Nationalität.

Eine Sprachwissenschaftlerin des BKAs hat Deutsch-Muttersprachler eingeladen, Erpresserbriefe zu schreiben und sich dabei zu bemühen, „ausländisch“ zu klingen. Die Ergebnisse beschreibt Wolfgang Krischke in seinem in der FAZ erschienenen Artikel. Anscheinend ist es gar nicht so einfach, die häufig als so schwer bezeichnete deutsche Sprache, so zu verunstalten, dass es glaubhaft wirkt.

In dem Buch Finding Your Writer’s Voice habe ich eine Schreibübung gefunden, die ebenfalls zum „falsch“ schreiben auffordert. Dazu soll die Autorin / der Autor Sätze schreiben, die grammatikalisch „richtig“ klingen, aber völligen Unsinn darstellen. Also so etwas wie

Der Rambuble war heute nicht zutreffend, obwohl die Schnurbel gefantet haben. Morgentlich ist das Mix-Ensemble gerne vatilastisch. Das führt zu ungemirgelter Verschaulustigung.

Das geht ziemlich einfach – und macht darüber hinaus großen Spaß. Also nichts im Vergleich zum fingierten Erpresserbrief. Das sollten vor allem Krimiautoren berücksichtigen und ausreichend Zeit zum Schreiben solcher Textpassagen einplanen.

Fazit: Auch beim Falschschreiben kommt es auf die richtige Schreibweise an.

 

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