Wie steigert man Literatur: gut – groß – relevant?

Vor Kurzem fragte Sophie Weigand auf Literatourismus „Was ist eigentlich, ‚große Literatur‘?“. Herausragende Sprache – woran immer man diese genau festmacht – ist dabei ein notwendiges Kriterium, aber alleine nicht ausreichend. Als Zweites nennt Sophie Weigand „Relevanz“. Die Geschichte, der Roman, muss für die Leserin oder den Leser Bedeutung haben, ihn oder sie mitreißen, in eine andere Welt entführen.

Es ist diese „soziale Funktion“ eines Romans, die Tim Parks in seinem Beitrag für die New York Review of Books beleuchtet, wenn er fragt, was eigentlich Bücher auszeichnet, über die hitzig diskutiert wird, über die man noch nach Jahren spricht. Dabei spiele die Sprache, so Tim Parks, eine zweitrangige Rolle. Fifty Shades of Grey hat es mit Sicherheit nicht wegen seiner stilistischen Finesse in die öffentliche Diskussion gebracht. Man mag jetzt sagen: so will ich auch nicht schreiben oder: das will ich auch nicht lesen.

Aber, so argumentiert Parks weiter, Bücher, denen es gelingt, über einen längeren Zeitraum eine breite, öffentliche Diskussion anzufachen wie Fifty Shades of Grey aber auch Haruki Murakamis Bücher, haben eins gemeinsam: Sie handeln vom Ringen des Einzelnen, die Balance zwischen Aufgehen in einer Liebesbeziehung und Selbstaufgabe zu finden, zwischen Freiheit und Einsamkeit.

Das scheinen mir lohnenswerte Fragen. Wenn jetzt die Geschichte drum herum  auch noch gut geschrieben ist: umso besser.

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