Tripple Horror

Ganz im Zeichen von Halloween steht auch der heutige Beitrag. Es geht um drei Bücher rund um das Horror-Genre.

Das erste ist vielleicht schon aus der Ankündigung der Blogparade bekannt. Es handelt sich um die Sammlung von Gruselgeschichten Great Tales of Terror and the Supernatural.

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In der Anthologie sind neben den üblichen Verdächtigen wie Edgar Allan Poe und H. P. Lovecraft  auch Überraschungskandidaten wie Honoré de Balzac, William Faulkner und Karen Blixen vertreten.

Ganz besonders hat es mir in dieser Sammlung die nur drei Seiten lange Geschichte Moonlight Sonata von Alexander Woollcott angetan, die 1931 im New Yorker erschienen ist.

Viele Horrorgeschichten basieren ja darauf, dass der Protagnist sich in einem mehr oder weniger verwirrten Zustand befindet und sich deswegen vor Ereignissen fürchtet, die bei Tageslicht und mit gesundem Menschenverstand betrachtet, eine rationale Erklärung haben.

Diese Geschichte ist genau anders gestrickt: alles ist in bester Ordnung… Mehr will ich nicht verraten, falls jemand die Geschichte hier nachlesen möchte.

In on writing horror von Mort Castle (Hrsg.) erzählen bekannte Horor-Autoren (z.B. Stephen King, Jack Ketchum, Harlan Ellison), was es braucht, eine gute Horrorgeschichte zu schreiben. Das beginnt mit einer Einführung in das Genre und einer Leseliste von Horrorklassikern über Klischees, die es zu vermeiden gilt. Es geht weiter mit Strategien, wie man über eigene Ängste oder physischen Schmerz schreiben kann, ohne alles zuvor an sich selbst ausprobieren zu müssen, und endet mit praktischen Tipps zu verschiedene Vermarktungsmöglichkeiten. Letztere sind naturgemäß für deutsche Autoren weniger interessant, es sei denn, man schreibt für den englischsprachigen Markt.

on_writing_horror

Das dritte Buch, Inklings von Leslie und Jarod Anderson, bietet 300 Schreibkicks für Science Fiction, Horror- und Fantasy-Geschichten.

Inklings

Die Autoren unterteilen die Schreibkicks in Starts oder Erste Sätze, die zum Weiterschreiben anregen sollen, in kurze Plotskizzen (Plots) und in sogenannte Challenges oder Herausforderungen schreibtechnischer Art (z.B.: schreibe eine Horrorgeschichte, in der keine physische Gewalt vorkommt). Hier eine kleine Auswahl an Starts und Plots (meine Übersetzung)

  • Die Plastikente war vielleicht gelb, aber feige war sie nicht
  • Die Zähne bemerkte sie zunächst nicht, weil sie noch damit beschäftigt war zu überlegen, ob es zu viele oder zu wenige Augen hatte
  • Der Mond wacht auf und hat Hunger
  • Amputierte Gliedmaßen erneuern sich von selbst und lassen den gesamten Körper nachwachsen
  • Eine extra-terrestrische Rasse von Ameisen führt einen erbitterten, heldenhaften, aber letztendlich erfolglosen Kampf gegen den Hausmeister eines Raumschiffes

und wer jetzt denkt, Geschichten über Ameisen seien nicht interessant, der korrigiere bitte sofort seine Meinung, indem er Bernard Werbers Ameisen liest.

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