Wenn der Grundwortschatz nicht ausreicht

Auslöser für den heutigen Beitrag war ein Tweet letzte Woche von Katrin Glinka (@kaglinka) über Tim Renners (@rennersen) neue Wortschöpfungen „Reflexbeißen der Analogmafia“ und „W-Lanisierung“. Das brachte mich zu der Frage: wie halte ich meinen Wortschatz aktiv und auf dem Laufenden, vor allem, was Ausdrucksweisen außerhalb meines gewohnten Sprachmilieus betrifft?

Wortwolke

Man kann aus der Zeit fallen und sich alte (Bild-)Lexika vornehmen. Schätze & Schätze brachte gerade einem Beitrag über den „Formenschatz der Heimat“, einem Bildwörterbuch für Grundschüler aus den Zwanzigern des letzten Jahrhunderts. Seitdem weiß ich, was eine Magirusleiter ist und dass es auch im Schlaraffenland Menschen gibt, die arbeiten müssen. Nämlich diejenigen, die die Sänfte tragen.

Im Lexikon der schönen Wörter finden sich so schöne Begriffe wie Dünkel erläutert, passendes Literaturzitat gleich mit dazu, und in der Zeitschrift DAS MAGAZIN erfahre ich unter der Rubrik Deutscharbeit, dass das Dünkel zu Rumhegeln führen kann.

Auf der anderen Seite gibt es Worte, die den Anwender oder die Anwenderin, definitiv als zum letzten Jahrhundert zugehörig ausweisen. Wer sich nicht auf diese Weise outen möchte, kann sich im Lexikon der bedrohten Wörter schlau machen und diese Begriffe gezielt vermeiden (oder, sie bewusst verwenden, wenn man dazu steht).

Wen medizinische Besonderheiten interessieren, wird vielleicht auf Spiegel Online unter der Rubrik „Ein rätselhafter Patient“ fündig, und das Hamburger Abendblatt hat unter der Rubrik „Was macht eigentlich…?“ eine Serie über verschiedene Berufe wie z.B. Solarteur herausgebracht (nein, das ist nicht jemand, der von Berufs wegen vor der Sonne flüchtet).

Und wer wissen will, warum es so notorisch schwer ist, Gerüche zu beschreiben, wird bei WIRED fündig (Den Hinweis zu diesem Artikel fand ich auf Sprachlog).

Natürlich gibt es auch Apps für Wortlisten. Leider bis jetzt – meines Wissens nach – alle nur auf Englisch. So bietet zum Beispiel die App „Lists for Writers“ Aufzählungen zu allen erdenklichen Themen. Von Namensvorschlägen über Kleidungsstücke, moderne und „archaische“ Berufe bis zu Persönlichkeitsmerkmalen findet sich alles. Wie gesagt, auf Englisch, aber vielleicht triggert es doch die eine oder andere Idee, die man dann ins Deutsche übersetzen und verwenden kann.

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2 Gedanken zu “Wenn der Grundwortschatz nicht ausreicht

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