Rezensionen suchen und finden

Die Eisernen Buchblogger – Nachfolger der Iron Buchblogger – haben vor kurzem auf die Seite Rezi-Suche hingeweisen. Dabei handelt sich um eine Plattform,

auf der sich Buch-Blogger und Autoren finden können.

Autoren bzw. Autorinnen stellen ihre Bücher ein und Blogger tragen ein, welche Art von Bücher sie gern lesen und rezensieren würden. Die Webseite in Zahlen:

rezi-suche2

Die neueren Bucheinträge erhalten deutlich mehr Rezensionen als die älteren. Das spricht dafür, dass mit zunehmenden Bekanntheitsgrad der Seite auch mehr Blogger vorbeischauen und Rezensionen abgeben. So viel zur Webseite. Nun zum Praktischen.

Ich habe das Ganze natürlich ausprobiert. Sehr zu meiner Freude gab es nämlich ein Sach-eBook zum Thema Schreiben: Andrea Bottlingers Kleine Schreibschule – Charaktere.

Das eBook hat ein hübsches Cover und ist ansprechend formatiert. Es hat 27 Seiten und kostet 99 Cents. Der Schreibratgeber ist der erste einer Serie und behandelt das Thema Charaktere oder Figurenzeichnung. Wie Andrea Bottlinger im Vorwort ausführt, richtet sich der Ratgeber an Schreibende für das „heutige Publikum“ und für die „heutige Unterhaltungsliteratur“. Das habe ich für mich mit Anfänger oder Schreibunerfahrene(r) übersetzt.

Andrea Bottlinger konzentriert sich auf den Protagonisten und den Antagonisten. Alle anderen Figuren, die in einem Roman auftreten, bezeichnet sie als Statisten. Bottlinger betont, nur die absolut wesentlichen Dinge bei der Figurenzeichnungen ansprechen zu wollen, um den Leser nicht zu verwirren, trotzdem wäre hier ein Hinweis auf weitere Funktionen der Statisten hilfreich gewesen. Man denke da an den Mentor (z.B. Gandalf in Herr der Ringe, oder den Sidekick wie zum Beispiel Pumbaa und Timon in König der Löwen).

Die beiden Kapitel über den Protagonisten bzw. den Antagonisten gehen die wesentlichen Fragen nach dem Ziel, der Motivation, den Stärken und Schwächen der Figur durch. Das Ganze ist einfach und verständlich erklärt, der Tonfall ziemlich flapsig. Das muss man mögen:

Generell haben Antagonisten den Protagonisten entgegengesetzte Ziele. […] Der Mörder möchte Leute umbringen, der Ermittler hätte gerne, dass er das sein lässt. Der Dunkle Lord möchte Fantasyland XY beherrschen, aber Bauernjunge Z hat prinzipiell etwas gegen fiese Diktatoren.

Generell hätte ich mir Textbeispiele gewünscht, zum Beispiel wenn Bottlinger unter „Gefahren und Fallen“ auf Klischees hinweist. Sie zitiert den Fantasy-Autor Patrick Rothfuss, der erfolgreich mit Klischees umgehe. Ein Blick in sein Buch „Der Name des Windes: Die Königsmörder-Chronik. Erster Tag“ hätte dem Leser gezeigt, wie Rothfuss das gelingt:

Hätte ein Wind geweht, so hätte er in den Bäumen geseufzt, hätte das Wirtshausschild quietschend zum Schaukeln gebracht und die Stille wie trudelndes Herbstlaub die Straße hinabgeweht.

Er nimmt die gängigen Bilder (quietschendes Schild, aufgewirbeltes Laub etc.) und verneint sie. Ziemlich clever. Da muss ich Andrea Bottlinger recht geben.

In Summe: Für Anfänger enthält das Buch hilfreiche Fragen und Hinweise. Mehr Literaturbeispiele hätten dem Ganzen noch mehr Nachdruck verliehen.

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