Wie man dreckige Zungenbrecher konstruiert

Auf Strong Language, einem Blog, das sich äußerst systematisch der unflätigen Sprache widmet, gab es vor Kurzem eine Anleitung zum Schreiben obszöner Zungenbrecher.

Zungenbrecher

Der Prozess ist ziemlich interessant und hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der Konstruktion von Witzen. Als Erstes benötigt man einen Begriff, der eine zum Verwechseln ähnlich klingende, nicht salon-fähige Schwester (oder Bruder) hat.

Dann kommt das, was die Autoren als „phonetische Geste“ bezeichnen, und den Leser auf die falsche Spur lotsen soll.

  • Eine gewohnte Abfolge von Lauten, die dazu einladen, sich zu vesprechen (Ein Fall von: Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid)
  • Geringfügige Abweichungen (z.B. sch statt s und umgekehrt)
  • Plötzliches Ändern einer gewohnten Abfolge von Konsonanten. Dazu ein paar Beispiele im Hamburger Abendblatt.

Der Kopf denkt dann schon weiter und die Zunge hechelt hinterher und schwupps! ist ein sogannter Spoonerismus entstanden. So nennt sich das auf Englisch, wenn man den Anfang von Worten vertauscht, wenn einem zum Beispiel vor lauter Aufregung die Zie knittern.

Es gibt sogar eine Internationale Sammlung von Zungenbrechern und auf Ethnologue kann man dann nachschauen, wo diese Zungenbrecher gesprochen werden und wie verbreitet diese Sprache ist.

Dort findet man unter dem Deutsch neben den Dialekten wie pfälzisch, kölsch (der Dialekt nicht das Bier), sächsisch usw. auch Sprachvarianten wie Colonia Tovar, eine vom Mittelhochdeutschen abgeleitetes Deutsch, das anscheinend in Venezuela gesprochen wird.

Die Kulturpessimisten brauchen sich übrigens keine Sorgen zu machen: Die deutsche Sprache ist laut Ethnologue nicht vom Aussterben bedroht.

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Ein Gedanke zu “Wie man dreckige Zungenbrecher konstruiert

  1. Man muss sich die Kulturkritiker immer wieder anhören. In der 9ten Klasse habe ich von ihnen das erste mal gehört und jetzt verfolgen sie mich durch meine Schuljahre^^

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