Ein Lob der Faulheit

Pünktlich zum Herbstbeginn das Ende meiner Sommerpause. Zugegeben, sie sollte schon vor zwei Wochen enden. Deswegen habe ich mich auf die Suche nach einer möglichst unterhaltsamen Ausrede gemacht.

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Zunächst einmal habe ich bei brand eins nachgeschaut. Das Magazin hat die August-Ausgabe dem Thema Faulheit gewidmet. Dort lese ich über Ben Hammersly, der einen guten Teil des Tages seiner kleinen Tochter widmet, ein bisschen liest, viel nachdenkt und ab und zu einen Vortrag hält. Klingt nachahmenswert. Strategisch ausspannen betitelt das Magazin diesen Lebensstil. Dann lese ich weiter, dass Hammersly 10.000 Euro pro Vortrag verdient. Da würde ich auch nicht mehr als eine Handvoll Tage pro Jahr arbeiten.  Ich vermute mal, dass der Weg zu diesen Honoraren nicht ganz so entspannt war.

Als nächstes wurde ich bei Dictionary Stories (via @sprachlog) fündig. Dort gibt es kurze Geschichten, die sich aus Sätzen des New Oxford American Dictionary zusammensetzen. Im NOAD gibt es zu jedem Begriff einen Beispielsatz, der die Verwendung des Begriffs verdeutlicht. Ich habe mir überlegt, ob so etwas auch auf Deutsch funktionieren könnte, und habe ein wenig im Duden geblättert. Das klappt auch, wenn man ein paar Anpassungen vornimmt (ich statt wir, ein zusätzliches jetzt / später eingefügt, statt Infinitivform 3. Person verwendet):

„Er trägt die Schuld! Der Abbruch des Hauses steht unmittelbar bevor.“
„Ich kriege den Kerl schon klein.“
„Du wirfst mit lauter abgedroschenen Phrasen um dich.“
„Ich muss dich noch um ein wenig Geduld bitten.“

Wir gingen im Zorn auseinander. Später kam die Meldung im Radio: Ein Radfahrer ist von einem LKW überfahren worden.

Er hat ihn umgenietet. Jetzt liegt das Aas auf der Straße.

Schnell lassen sich solche Geschichten allerdings nicht schreiben. Man muss trotzdem noch ganz schön tüfteln.

Vielleicht sollte man sich einfach den Koalabär als Vorbild nehmen, der, wie die ZEIT in einem Artikel über die Vorzüger der Faulheit erwähnt, mindestens 18 Stunden Schlaf täglich braucht. Klingt entspannt, es sei denn die Träume ähneln denen von Doctor Sleep. Dann lieber wach bleiben und weiter arbeiten.

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