Aufzugstest für Autoren

„Du schreibst ein Buch? Erzähl mal, worum geht’s?“ – und schon kommen viele Autorinnen und Autoren ins Straucheln. Was ihnen in diesem Moment häufig fehlt, ist die vom Drehbuch bekannte Logline zu ihrem Roman oder

die Kurzfassung einer Geschichte in 1 bis 3 Sätzen. (Susan Graul – Emotionen erzählen).

Dabei soll klar benannt werden

  • Um wen es geht
  • Was der auslösende Moment ist, der die ganze Handlung in Gang bringt
  • Was die Figur erreichen will
  • Und was ihr oder ihm dabei im Weg steht

Bei Heftromanen zum Thema Liebe gibt es dazu eine strenge Vorgabe:

A und B verlieben sich, C stört diese Liebe, D tilgt C, Happy End.
(Anna Basener: Heftromane schreiben & veröffentlichen)

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Man trying to open elvator

Der Piper Verlag empfiehlt angehenden Autoren ihre „Aufzugs-Präsentation“ zu perfektionieren, d.h. sich vorab zu überlegen und vor allem zu üben, was man auf die Frage antwortet: Worum geht’s?

Der Klappentext ist dann schon etwas länger, ist aber nach denselben Prinzipien aufgebaut. Wobei beim Klappentext natürlich das Ende nicht verraten wird, ein Verlag in der Regel aber wohl wissen will, wie man den Konflikt auflöst.

Die Snow Flake Method of Design beschreibt recht ausführlich, wie man von einer Grundidee durch sukzessive Verfeinerung und Ausarbeitung zu einem Roman gelangt. Auch hier nimmt das Werk seinen Anfang mit einer Ein-Satz-Zusammenfassung.

Es gibt ja bekanntermaßen Autorinnen und Autoren, die sehr detailliert planen, bevor sie überhaupt den Laptop aufklappen und solche, die einfach drauf los schreiben – mit allen Vor- und Nachteilen, die das jeweils hat. Aber auch Letztere, im Englischen als pantsers bezeichnet, sollten sich nach einschlägiger Meinung Gedanken über eine Logline machen (siehe zum Beispiel Writers in the Storm und hier der passende Soundtrack dazu).

Es hilft, Loglines und Klappentexte anderer Geschichten zu lesen, um ein Gespür dafür zu entwickeln, wie man kurz und knackig formuliert. Vor allem sollte man sich dazu verschiedenen Genres anschauen, zum Beispiel

Manchmal spricht man statt Logline auch von Pitch. Die Amerikaner sind da schon ein Stückchen weiter und bieten eine sogenannte Pitch Madness per Twitter an:

#PitMad is a pitch party on Twitter where writers tweet a 140 character pitch for their completed, polished, unpublished manuscripts.

Man kann also sein fertiges, fehlerfreies Manuskript per Twitter Verlagen und Agenten anbieten. Der nächste Termin ist übrigens diesen Donnerstag (9. Juni; allerdings nur für englische Manuskripte).

Im März gab es schon einmal einen PitchStorm auf Twitter. Hier eine kleine Kostprobe:

 

Pitch_JC_Welker

Pitch_themommyrundown

Pitch_Samantha_Martin

Ich finde, auf die Idee, dass Tattoos die Zukunft vorhersagen, muss man erst mal kommen.

 

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