Alle reden vom Brexit, aber wie steht’s um die Schweiz?

Jetzt steht es endgĂŒltig fest:

La Suisse n’existe pas encore

Das zumindest behauptet eine Gruppe von Forschern an der UniversitĂ€t ZĂŒrich. Ihr Projekt beschĂ€ftigt sich mit dem „VerhĂ€ltnis der Literatur zum Bewusstsein des ausserirdischen Raumes“. Möglicherweise war das Zerfetzen der EM-Trikot ein erstes Indiz dieses Auflösungsprozesses der Schweiz.

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Die Schweiz, so die Forscher in ihrem Leitartikel in der Literaturzeitschrift literarischer monat, unterhalte ein „auffĂ€llig enges und passioniertes VerhĂ€ltnis zur ZukunftserzĂ€hlung.“ Es folgt ein interessanter historischer Abriss ĂŒber Zukunftsgeschichten von und ĂŒber Schweizer sowie ĂŒber das „Laboratorium helveticum“ als Experimentierfeld fĂŒr die Gestaltung der zukĂŒnftigen Gesellschaft. Auf jeden Fall handelt es sich um einen Leselisten-verlĂ€ngernder Text. NatĂŒrlich kommt Christian Kracht mit „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“ darin vor, aber auch andere  – zumindest mir bis dahin unbekannte – Romane wie zum Beispiel ZRH von GĂŒnter Hack, die sehr spannend klingen. Mehr zu dem Forschungsprojekt ĂŒber die „conditio extraterrestris“ gibt es hier.

Sind die Forscher der conditio extraterrestris eher theoretisch unterwegs, geht es bei tell – das Magazin fĂŒr Literatur und Zeitgenossenschaft ganz praktisch und sehr unterhaltsam zur Sache. Auf die Autoren-Selfies anlĂ€sslich der Klagenfurter Tage der deutschsprachigen Literatur habe ich bereits per twitter verwiesen. Unter der Rubrik Kunst der Kritik findet sich der sogenannte Page-99- und fĂŒr Kurzgeschichten der Page-7-Test. Detailliert analysiert Sieglinde Geisel, Journalistin und Autorin fĂŒr NZZ, Deutschlandradio Kultur und andere, jeweils Seite 7 einer Kurzgeschichte bzw Seite 99 bei einem Roman. Daraus kann man Einiges fĂŒr sich als Autor oder Autorin ziehen. Und unterhaltsam ist es allemal.

Abschließend möchte ich noch auf den monatlich stattfindenden Schreibwettbewerb des Literaturhaus ZĂŒrich hinweisen, der dieses Jahr ganz im Zeichen der Musik steht:

Wir prĂ€sentieren jeweils fĂŒr zwei Monate zwei MusikstĂŒcke – Altes und Neues, Bekanntes und Unbekanntes, mit und ohne Text -, aus denen Sie sich eines aussuchen und als Ausgangspunkt Ihres Textes verwenden können.

Hoffen wir also, dass sich die These der Forscher nicht bewahrheiten wird und die Schweiz noch lange in ihrer experimentierfreudigen VielfÀltigkeit bestehen bleibt.

 

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