Hirn-Hack-Rezept von @HorrorWriters

Zugegeben, der Titel ist etwas irreführend. Es geht in dem von @HorrorWriters erwähnten Beitrag von Jessica Brody nicht um Splattertexte geschweige denn um blutspritzende Videos, sondern um das wesentlich harmlosere, für die davon Befallenen aber trotzdem hirnzermarternde Phänomen der Schreibblockade.

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Zur Schreibblockade und wie man sie überwinden kann, ist schon viel gesagt worden. Zum Beispiel gibt es bei PR-Doktor Tipps und Einblicke von 26 bekannten Autoren, Bloggern, Berufsschreibern und hier etwas von mir zu dem Thema. Häufig beruhen die Vorschläge darauf, mithilfe verschiedener Kreativitäts- und Motivationstechniken das eigene Tief zu überwinden. Brodys Ansatz ist ganz anders – sie sagt sich: Wozu gibt es Technologie? Entsprechend nennt sie ihren Ansatz dann auch „Hacking the Magic“ und verwendet eine Methode, die sich Brainwave Entrainment nennt.

Die Idee dahinter ist, dass man das Gehirn so beschallt, dass sich die „richtigen“ Gehirnwellen und damit der gewünschte Geisteszustand einstellt. Wissenschaftliche Belege habe ich für das Ganze auf die Schnelle nicht gefunden, aber es ist mit solchen Dingen ein bisschen wie in der Medizin: Solange es hilft, ist es egal warum. Deswegen habe ich auch sofort einen Selbsttest unternommen und mir die vorgeschlagene Brain Wave App für €3,99 heruntergeladen. Schließlich laboriere ich schon lange an einer #InstantStory herum, zu der mir nichts einfallen will. Ich dachte mir, vielleicht klappt es ja mit Hirnwellen-Therapie.

Als Erstes wählt man den angestrebten Geisteszustand aus, zum Beispiel „Problemlösen“ (Problem Solving), „Konzentration“, „Selbstvertrauensschub“ (Confidence Boost). Ich entscheide mich für „Kreativitätsschub“. Dann wählte man die Umgebungsgeräusche bzw. die Musik dazu aus. Diese überlagen die eigentliche Hirnwelle (brain wave), die wie ein Brummen klingt. Ich wähle „Atmospheres: Serenity“, also Gelassenheit. Dann wählt man die Dauer aus, in meinem Fall 10 Minuten. Da drunter schaffe ich keine vernünftigen bzw. kreativen Gedanken. Und los geht’s.

Zehn Minuten sind um. Das war echt eine Erfahrung – aber völlig anders als erwartet. Obwohl ich „Gelassenheit“ gewählt habe und die App diese in eine sanfte Brandung mit einer ganz angenehmen Art New Age Musik übersetzt hat, habe ich mich geradezu gestresst gefühlt. Das lag vor allem an dem Wummern der darunter liegenden Brain Waves, die trotz allem zu hören waren. Es ist ein bisschen, wie wenn man mit offenen Fenstern Auto fährt und es plötzlich in den Ohren dröhnt. Das Vibrieren ist kaum auszuhalten und man drückt sofort hektisch den Fensterheber, um dieses überaus unangenehme Wummern möglichst schnell abzustellen.

Hat das Programm meine Kreativität gefördert? Es ist mir auf jeden Fall viel eingefallen. Sämtliche düstere Geschichten, die ich in letzter Zeit gelesen oder gesehen habe, angefangen von Cruz Smiths Fledermaus-Albtraum Flügel der Nacht über AnnaIn in den Katakomben von Olga Tokarczuk bis zu den Ascheflocken der Anderwelt aus Stranger Things. Dafür also ein „Daumen hoch“. Das Thema habe ich allerdings vollständig verfehlt. Von daher auch keine neue InstantStory heute. Wer die Methode trotzdem ausprobieren möchte, kann es auch mit einer der kostenlosen Apps versuchen, zum Beispiel BW Studio. Sie ist wesentlich einfacher zu bedienen, hat aber natürlich auch nicht so viele Einstellungsmöglichkeiten.

 

 

 

 

 

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