Kiemen wachsen lassen statt über Wasser gehen

Während der Sommerpause habe ich Jessica Abels neues Buch  „Growing Gills: How to Find Creative Focus When Drowning in Your Daily Live“ gelesen. Das Buch richtet sich an all diejenigen, die – häufig neben Familie und Job – so viele kreative Projekte gleichzeitig jonglieren, dass sie darin zu ertrinken drohen.

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Abel spricht dabei von der „Ideen Hypothek“ oder „idea debt“. Das sind die vielen Ideen und Projekte, die man – oft schon seit Jahren – mit sich herumträgt und nicht zu Ende bringt. Man verbringt zwar viel Zeit damit, sich eine glorreiche Zukunft zu erträumen, aber wenig damit, tatsächlich einen Stift in die Hand zu nehmen. Wie Abel es formuliert:

Idea Debt describes a phase of the creative process where many people get stuck, sometimes permananently. It’s what happens when you spend a ton of time picturing what a project is going to be like, and how awesome it’s going to be to have this thing done and in the world, and how cool it (and therefore you) will look, and how in demand you’ll be, and how much money you’re going to make… and very little time actually making the thing.

Die Lösung aus dieser verfahrenen Situation, so Abel, besteht nicht darin, noch härter zu arbeiten, die Wochen noch enger durchzutakten, noch weniger Zeit für Freunde und Familie zu haben, sondern im bewussten Weglassen von Dingen, im rigorosen Priorisieren, auch und gerade wenn es weh tut. Nicht über Wasser zu gehen, ist das Ziel, sondern sich Kiemen wachsen zu lassen – daher auch der Titel.

Das bedeutet, sich darüber klar zu werden, was und wie viel man in der zur Verfügung stehenden Zeit tatsächlich erreichen kann. Es bedeutet, sich ein Projekt nach dem anderen vorzunehmen, statt an allen gleichzeitig herumzudoktern. Und es bedeutet, dass man sich auch von liebgewonnene Projekte trennt, wenn sie zu sehr von anderen Themen ablenken.

An diesem Punkt bin ich jetzt angekommen. Ich werde dieses Blog auf Eis legen,  um mehr Zeit für das Schreiben zu haben – statt über das Schreiben zu schreiben. Eine gehörige Portion Wehmut ist dabei, schließlich habe ich jede Menge interessanter Menschen über dieses Blog kennengelernt. Aber man ist ja nicht aus der Welt – wie es so schön heißt – sondern lediglich etwas tiefer im Internet abgetaucht.

Wer in Kontakt bleiben will, findet mich

Wer Interesse an meinen Geschichten hat, wird hier fündig

 

Weitere Beiträge über Jessica Abel gibt es hier:

Keine Angst vor dem deutschen Wald

Hellboy als Vorlage für Geschichten

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